1902 – To read or not to read …

Was bisher geschah: Am Beginn des Romans begegenen wir Kate Croy, einem jungen Londoner Mädchen aus offenbar nicht so guten Verhältnissen, das mit der Entscheidung ringt, ob sie ihr Leben unter desolaten Umständen mit ihrer Familie verbringen oder sich in Obhut ihrer reichen Tante Maud begeben soll, was aber bedeutet, dass sie ihrer Familie den Rücken kehren müsste. Kate geht auf das Angebot der Tante ein, weil sie so auch ihren Angehörigen weiterhelfen kann, nicht zuletzt findet sie auch einigen Gefallen an dem Luxus, den ihr das Leben bei der Tante bietet. Wir sehen außerdem, dass Kate eine zurückhaltende Liason mit dem Schreiberling Merton Densher hat. Die beiden sind verliebt, aber die Verlobung kommt nicht recht in die Gänge, weil irgendwie klar ist, dass Densher nicht die Art von guter Partie ist, die sich die Tante für Kate vorgestellt hat. Merton Densher wird dann dienstlich auf Amerikareise geschickt und die beiden verabschieden sich mit viel Schmalz, heimlicher Verlobung und Liebesschwüren.

Ein paar Seiten weiter hinten unternimmt die junge New Yorkerin Millie Theale mit ihrer Gesellschafterin Mrs. Stringham eine Europareise. Millies Familie ist gestorben. Jetzt ist sie allein, furchtbar reich und rastlos. Sie scheint sich mit Mrs. Stringam ganz gut zu verstehen. Die ältere Dame ist aus Boston, Witwe und ist in der Schweiz zur Schule gegangen. An diese Zeit erinnert sie sich jetzt zurück und auch an ihre alte Schulkameradin Maud. Was natürlich die gleiche Maud ist, die wir aus London kennen. Schnell reisen die beiden nach England und lassen sich dort in die Gesellschaft einführen. Der Clou ist, dass Merton Densher auf seiner Amerikareise auch Millie Theale kennengelernt hat und sie sich irgendwie ganz gut verstehen.

Auch nach 160 Seiten und dem Wechel der Übersetzung ist die Geschichte immernoch sehr langsam und einfach nicht besonders aufregend.  Die Übersetzung von Ana Maria Brock ist wesentlich lesbarer und lebendiger, was aber am Buch als solches leider nicht viel ändert. Aber dann dauert es eben noch eine Weile, es zu lesen. Auf http://www.goodreads.com gab es gerade eine Infografik zum Thema Lektüreabbruch. Die meisten Menschen hören aus zu lesen, wenn die Lektüre „slow“ und „boring“ ist (Bingo!). Knapp 16 Prozent entscheiden das bevor sie 50 Seiten gelesen haben, etwa weitere 35 Prozent lesen bis zu 100 Seiten (Bingo Bingo!). Circa 10 Prozent der Hinschmeißer tun das auch noch weiter hinten.  Immerhin 38,1 Prozent der Befragten gaben an „I always finish, no matter what“. Ich gebe einem Buch normalerweise um die 50 Seiten und entscheide dann, ob es eine Bereicherung für mich ist. Abbruch ist nun keine Option. Lesegeschwindigkeit verringern ist eigentlich auch kontraproduktiv, dann dauert es ja noch länger. Nun denn, liebes Buch, komme was wolle, ich lese dich jetzt durch!

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