1902: Die Landkarte der Taube

Millie ist krank. Es wird – ganz typisch – gar nicht erst direkt gesagt und lange Passagen lassen es mich immer wieder vergessen. Schon in der Schweiz geht es ihr irgendwie nicht gut und deswegen möchte Millie auch so gern nach London. Dort angekommen, geht sie aber erst nach Wochen zum Arzt. Der ist wohl ganz toll und rät ihr, ihr Leben so richtig auszukosten. Woraus man dann wohl schließen darf, dass sie es nicht mehr lange machen wird. Ihre Begleiterin Susan Sheperd weiht Millie nicht ein. Bei ihrem ersten Arztbesuch lässt sie sich von Kate begleiten, der sie aber wiederum nichts über das Ergebnis der Untersuchungen erzählt. Der Leser erfährt davon auch nichts. Das macht mich noch ganz verrückt. Haufenweise Sachen werden in dem Buch einfach nicht erzählt. Vieles wird angedeutet, indirekt erzählt oder wir erfahren viel später hintenrum etwas. Das nützt dem Leser, der versucht dem Plot zu folgen aber herzlich wenig!

Da ist ja auch noch die verwickelt verzwickte Klatsch-und-Tratsch-Geschichte mit Millie, Kate und dem jungen Mann. Die Saison in London neigt sich dem Ende und immer noch hat sich für Millie keine Gelegenheit ergeben ihrer Freundin Kate anzuvertrauen, dass sie mit Merton Densher bekannt ist. Tante Maud versucht nun wiederum Millie einzuspannen, um herauszufinden, ob Densher mittlerweile aus den Vereinigten Staaten zurück ist. Die Tante will natürlich nicht, dass er ihr irgendwie bei ihren Verheiratungsplänen für Kate dazwischenfunkt. Die Situation ist für Kate und Millie langsam ziemlich spannend sein, da ja von nun an im immer die Frage im Raum steht, warum nicht eher von Densher gesprochen worden ist. Die Spannung für den Leser hält sich nach wie vor in Grenzen. Leider. Nach 200 Seiten ist der Scheitelpunkt der Schwarte noch nicht erreicht.

Im Rahmen meiner umfangreichen Überlegungen, ob ich dem Buch nicht doch noch etwas abgewinnen könnte, habe ich aber eine schöne Entdeckung gemacht: Peter Biggins Maps of the Classics-Blog. In dort gibt es einen ganzen Haufen Landkarten zu Klassikern von der Illias bis zu Kafka. Und eben auch zu Die Flügel der Taube.  Super Sache, solche Karten sollte es zu allen Büchern geben.

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2 Kommentare zu „1902: Die Landkarte der Taube

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