Fremdgelesen: Aesops Fabeln

Listen üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Obwohl ich meine Liste natürlich für das Nonplusultra halte, kann ich meine Augen nicht von anderen lassen. Dieses Mal habe ich mich ablenken lassen von juneautumns Blog über die 1001 Bücher, die sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Für mich ist es meistens am Schönsten der Reihe nach zu gehen. Das heißt in diesem Fall: ganz früher anfangen, bei Äsop.

Ich erinnere mich dunkel an eine Zeit irgendwann im Deutschunterricht, ich glaube, es war noch in der Grundschule. Da war mal was mit Fabeln. Aber was? Zuerst kommt für mich auch noch die Frage: Wer war eigentlich dieser Äsop und warum sind seine Fabeln heute noch so bekannt? Kann ich dem was abgewinnen?

Da mein Buchbudget durch das Jahrhundertprojekt schon ausgeschöpft ist und die Bücherregale bald zusammenkrachen, mache ich auch mal was, was ich noch nie gemacht habe. Ich lese online bei Projekt Gutenberg.

Doch zuerst zurück zu Äsop. Aus der Wikipedia erfahren wir, dass es ein griechischer Dichter und ungefähr 600 v.Chr. gelebt hat und als Begründer der Fabeldichtung gilt. Ganz ehrlich: das wusste ich schon. Ansonsten gibt es allerlei Mythen über sein Leben. Er soll zum Beispiel ein Sklave gewesen sein, der von einem seiner Herren in die Freiheit entlassen wurde und anschließend an einen Königshof kam. Im Mittelalter gab es einen recht populären Roman über sein Leben. Für mich ist Äsop entsetzlich weit weg, lange lange her.

Seine Form hingegen, finde ich schon spannend: die Fabel. Die kurzen Geschichten funktionieren als Gleichnis. Reizvoll ist, dass sie so kurz sind. Wir finden kaum überflüssige Wörter, schmückendes Beiwerk. Die Geschichten bleiben beim Kern und verraten kurz und knackig, was sie und geben wollen. So mag ich das.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt der Fabeln in ihrer belehrenden Funktion nach dem Motto

Was du nicht willst, daß man dir tu‘,
Das füg‘ auch keinem anderen zu.

das kann ganz schön ermüdend sein. Natürlich stecken da zeitlose Wahrheiten drin. Es geht um Hochmut, um Gier, Eitelkeit. Der Mensch wird nicht direkt für seine Fehler angeklagt, aber der erhobene Zeigefinger begleitet die Lektüre unaufhörlich. Das muss man schon wollen.

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