1933: Staubfänger auf dem Nachttisch – „Miss Lonelyhearts“ von Nathanael West

miss_lonleyhearts1933 – ein Jahr, eine Wegmarke im 20. Jahrhundert. Bei dieser Zahl klingelt es ganz groß im Karussel der Erinnerungen aus dem Geschichtsunterricht. Das Jahr der Machtergreifung der Nazionalsozialisten, der großen Bücherverbrennung – Deutschland, Europa und die ganze Welt wurden von den Folgen für immer verändert. Und irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass in solch wichtigen Jahren auch besonders beeindruckende Bücher erscheinenen würden. Schon die Recherche nach bedeutenden und beeindruckenden Werken von 1933 war nicht leicht. Klar, „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner fällt in diese Kategorie, ist aber für mich nicht neu genug, um hier verwurstet zu werden. Vielleicht hätte ich mich für H.G. Wells „The Shape of Things to Come“ entscheiden sollen, aber ich habe „Die Zeitmaschine“ und „Der Krieg der Welten“ gelesen und die fand ich zwar prinzipiell super, aber Wells neigt zur Langatmigkeit in der zweiten Buchhälfte und wurde deshalb disqualifiziert. Naja, irgendwie dachte ich, dass „Miss Lonelyherarts“ von Nathanael West schon was hermachen würde.

Das tat es aber nicht. Stattdessen habe ich das Buch über 2 Jahre auf dem Nachttisch verstauben lassen. Dreimal angefangen und doch wieder aufgehört. Ich habe einfach nichts daran finden können. Zur Geschichte: Miss Lonelyhearts arbeitet als Dr. Sommer für eine Zeitung, gibt zwar Beziehungstipps und Anleitung zu mehr Selbstbewusstsein, ist aber selbst beziehungsunfähig und hat eine Zwangsstörung. Sein Herausgeber zieht ihn damit auf, dass er eine religionsartige Gefolgschaft unter seinen LeserInnen aufgebaut hat. Weil Religion eben Antworten parat hat, wie Miss Lonelyhearts. Und das ganze ist so langweilig erzählt, dass mich nicht die Bohne interessiert, was als nächstes passiert.

Ein dankbarer Flohmarkt-Kunde hat das Buch schon vor Wochen in seinen Besitz aufgenommen. Möge er sich damit weniger langweilen als ich. Vielleicht findet er ja sogar etwas daran.

Ich freue mich derweil auf den nächsten Titel. F. Scott Fitzgeralds „Zärtlich ist die Nacht“ war von Anfang an gesetzt. Für 1934 musste ich also nicht lange suchen

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